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Fahrstunden

Hier erklären wir dir Schritt für Schritt, wie deine praktischen Fahrstunden ablaufen und was dich während deiner Ausbildung erwartet. 

Praktische Fahrstunden einfach erklärt

Die praktischen Fahrstunden sind ein wichtiger Teil deiner Fahrausbildung. Hier lernst du Schritt für Schritt den sicheren Umgang mit dem Fahrzeug und das richtige Verhalten im Straßenverkehr.

Während der Ausbildung wirst du gemeinsam mit deinem Fahrlehrer auf die praktische Prüfung vorbereitet. Ziel ist aber nicht nur das Bestehen der Prüfung, sondern vor allem, später selbstständig und sicher fahren zu können.

Theorie und Praxis parallel

Grundsätzlich sollen Theorieunterricht und praktische Fahrstunden möglichst parallel stattfinden.

Das bedeutet: Während du die theoretischen Inhalte lernst, setzt du diese gleichzeitig bereits praktisch im Fahrzeug um. Dadurch können Theorie und Praxis besser miteinander verbunden werden.

In der Realität ist das allerdings nicht immer sofort möglich. Viele Fahrschulen haben eine hohe Anzahl an Fahrschülern und gleichzeitig nur eine begrenzte Anzahl an Fahrlehrern und Fahrzeugen.

Trotzdem versucht die Fahrschule in der Regel, Theorie und Praxis so gut wie möglich miteinander zu verzahnen, damit du sinnvoll und strukturiert lernen kannst.

Wie beginnen die ersten Fahrstunden?

Am Anfang lernst du vor allem die Grundlagen:

• Anfahren
• Lenken
• Schalten
• Bremsen
• Spiegel benutzen
• richtiges Beobachten

Viele Fahrschüler sind vor den ersten Fahrstunden nervös oder unsicher. Das ist völlig normal.

Was genau in deinen Fahrstunden dran kommt, hängt natürlich auch von der Fahrerlaubnisklasse ab, die du gerade machst.

Fahrangst und Nervosität

Viele Fahrschüler haben schon vor der Ausbildung Angst oder ein unangenehmes Gefühl dabei, überhaupt in das Fahrzeug einzusteigen — egal ob Pkw, Lkw oder Bus.

Ein gutes Verhältnis zum Fahrlehrer kann dabei helfen, diese Unsicherheit Schritt für Schritt abzubauen.

Manchmal entwickelt sich Fahrangst jedoch bereits früh während der Ausbildung oder verstärkt sich mit der Zeit. Wichtig ist, solche Gefühle ernst zu nehmen.

Weitere Informationen und Unterstützung zum Thema Fahrangst findest du auf:

www.GoMovi.de

Übungsfahrten

Die Anzahl der normalen Übungsfahrten ist gesetzlich nicht fest vorgeschrieben.

Jeder Mensch lernt unterschiedlich schnell. Deshalb hängt die Anzahl der Fahrstunden immer vom persönlichen Ausbildungsstand und vom individuellen Lernfortschritt ab.

Manche Fahrschüler benötigen weniger Fahrstunden, andere etwas mehr. Das ist völlig normal.

Wichtig ist nicht, möglichst schnell fertig zu werden, sondern das Fahrzeug sicher und verantwortungsvoll führen zu können.

Sonderfahrten

Zusätzlich zu den normalen Fahrstunden gibt es gesetzlich vorgeschriebene Sonderfahrten. Umgangssprachlich werden diese oft auch Pflichtfahrten genannt.

Zu den Sonderfahrten gehören:

• Überlandfahrten
• Autobahnfahrten
• Beleuchtungsfahrten

Viele Menschen sprechen bei den Beleuchtungsfahrten einfach von „Nachtfahrten“. Genau genommen geht es dabei aber nicht darum, mitten in der Nacht zu fahren, sondern bei Dunkelheit oder einsetzender Dämmerung den sicheren Umgang mit Beleuchtung und Sichtverhältnissen zu lernen.

Im Winter können Beleuchtungsfahrten deshalb oft schon am Nachmittag stattfinden. Im Sommer müssen sie manchmal in die späten Abendstunden oder frühen Morgenstunden gelegt werden.

Sonderfahrten je nach Führerscheinklasse

Klasse B (Pkw)

• 5 Überlandfahrten
• 4 Autobahnfahrten
• 3 Beleuchtungsfahrten

= insgesamt 12 Sonderfahrten

Klasse A (Motorrad)

Auch bei Motorradklassen gehören Sonderfahrten zur Ausbildung. Je nach Klasse und Vorbesitz gelten unterschiedliche gesetzliche Vorgaben.

Klasse C / CE (Lkw)

Bei den Lkw-Klassen sind ebenfalls Sonderfahrten vorgeschrieben.

Zusätzlich werden hier häufig geübt:

• Abfahrkontrolle
• Rangieren
• Verbinden und Trennen
• Ladungssicherung
• Verhalten mit großen Fahrzeugen

Klasse D / DE (Bus)

Beim Busführerschein geht es zusätzlich besonders um:

• sicheres und ruhiges Fahren
• Verantwortung gegenüber Fahrgästen
• Verhalten im Personenverkehr
• Sicherheit im Fahrzeug

Die genaue Anzahl der Sonderfahrten hängt von deiner Fahrerlaubnisklasse und eventuell bereits vorhandenen Führerscheinen ab.


Führerscheinklasse     | Überlandfahrten      | Autobahnfahrten      | Beleuchtungsfahrten       
-------------------------------------------------------------------------------------
Klasse B                                              5                           4                                            3                         
Klasse BE                                            3                            1                                              1                         
Klasse C                                             5                           2                                             3                         
Klasse C1                                            3                            1                                              1                         
Klasse D                                             5                           2                                             3                         

 

Führerscheinklasse    | Überlandfahrten | Autobahnfahrten | Beleuchtungsfahrten 
--------------------------------------------------------------------------------------
C1 & C1E                                           Solo:  1                   Solo: 1                           Solo: 0 
(gleichzeitige Ausbildung)         Zug: 3                     Zug: 1                          Zug: 2  
Insgesamt:                                         4                             2                                    2 
--------------------------------------------------------------------------------------
C & CE |                                           Solo: 3                     Solo: 1                         Solo: 0  
(gleichzeitige Ausbildung)         Zug: 5                    Zug: 2                          Zug: 3 
Insgesamt:                                        8                              3                                    3 

 

Sonderregelung B197 – Automatik oder Schaltwagen?

Seit 2021 gibt es die Möglichkeit, den Führerschein der Klasse B nach der Sonderregelung B197 zu erwerben. Dabei kannst du die praktische Prüfung auf einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe ablegen und darfst später trotzdem Automatik- und Schaltfahrzeuge der Klasse B fahren. Voraussetzung ist, dass du während deiner Ausbildung mindestens 10 Fahrstunden à 45 Minuten auf einem Schaltwagen absolvierst (Schaltkompetenz) und anschließend eine mindestens 15-minütige Testfahrt mit deiner Fahrlehrerin oder deinem Fahrlehrer erfolgreich bestehst. Eine zusätzliche praktische Prüfung auf einem Schaltwagen ist dafür nicht erforderlich.

Welche Vorteile hat B197?

  • Die praktische Prüfung findet auf einem Automatikfahrzeug statt.

  • Du darfst anschließend sowohl Fahrzeuge mit Automatik- als auch mit Schaltgetriebe der Klasse B fahren.

  • Das gilt auch im Ausland.

Gibt es auch Nachteile?

Ja. Das wird häufig übersehen.

Wenn du später einen Lkw- oder Busführerschein (z. B. Klasse C, CE, D oder DE) erwirbst und die praktische Prüfung ebenfalls auf einem Automatikfahrzeug ablegst, erhältst du für diese Fahrerlaubnisklassen in der Regel eine Automatikbeschränkung (Schlüsselzahl 78). Möchtest du diese vermeiden, muss die praktische Prüfung der jeweiligen Klasse auf einem Fahrzeug mit Schaltgetriebe abgelegt werden.

Unser Tipp

Wenn du später beruflich Lkw oder Bus fahren möchtest, sprich frühzeitig mit deiner Fahrschule darüber, welche Ausbildungsform für deine persönlichen Ziele am sinnvollsten ist. So vermeidest du spätere Einschränkungen und unnötige Zusatzkosten.

Planung von Fahrstunden

Je nach Größe der Fahrschule lassen sich Fahrstunden oft nicht sehr weit im Voraus planen.

Wenn Fahrschüler absagen, zu spät kommen oder Fahrstunden ausfallen, verändert sich häufig der gesamte Tagesplan des Fahrlehrers.

Deshalb kann es vorkommen, dass:

• Fahrstunden kurzfristig angeboten werden
• Termine verschoben werden müssen
• Fahrstunden spontan ausfallen

Das ist für Fahrschüler manchmal schwer nachvollziehbar, gehört im Alltag großer Fahrschulen jedoch oft dazu.

Wenn dir aktuell keine neuen Fahrstunden mitgeteilt wurden, bedeutet das meistens nicht, dass du vergessen wurdest — sondern dass im Moment keine freien Kapazitäten verfügbar sind.

Ausbildungsplanung und Wartezeiten

Auch wenn es zwischendurch längere Pausen zwischen Unterricht, Fahrstunden oder Prüfungen geben kann, wird grundsätzlich kein Fahrschüler vergessen.

Gerade größere Fahrschulen und Bildungsträger müssen viele Fahrschüler, Fahrlehrer, Fahrzeuge und Prüfungen gleichzeitig organisieren.

Besonders bei Fahrschülern mit Bildungsgutschein ist oft bereits ein längerer Ausbildungszeitraum eingeplant.

Natürlich möchten die meisten Fahrschüler möglichst schnell fertig werden. Trotzdem können manchmal größere Lücken zwischen Unterricht und Fahrstunden entstehen. Für die organisatorische Planung großer Fahrschulen sind diese Zeiträume jedoch oft notwendig.

Zusammenarbeit mit dem Fahrlehrer

Ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Fahrschüler und Fahrlehrer ist sehr wichtig.

Grundsätzlich entscheidet die Fahrschule meistens selbst, welcher Fahrlehrer am besten zu welcher Fahrerlaubnisklasse und zu welchem Ausbildungsstand passt.

Natürlich kann man jederzeit mit der Fahrschule sprechen, wenn man sich mit einem Fahrlehrer dauerhaft nicht wohlfühlt oder die Zusammenarbeit aus persönlichen Gründen nicht gut funktioniert.

Wichtig ist aber auch zu wissen, dass Fahrlehrer genauso Menschen sind wie Fahrschüler. Jeder kann einmal einen stressigen oder anstrengenden Tag haben.

Das gemeinsame Ziel von Fahrlehrer und Fahrschüler ist am Ende immer dasselbe:
Dass du sicher fahren lernst und deine Prüfung bestehst.

Ausbildung nach einem Curriculum

Die praktischen Fahrstunden folgen einem festen Ausbildungskonzept.

Das bedeutet: Bestimmte Inhalte und Fahrsituationen werden Schritt für Schritt aufgebaut und geübt, damit du später sicher und selbstständig fahren kannst.

Dazu gehören unter anderem:

• Beobachtung und Spiegeltechnik
• Vorfahrtsregeln
• Spurwechsel
• Einparken
• Gefahrensituationen
• vorausschauendes Fahren

Prüfungsgebiet und Realität

Viele Fahrschüler wünschen sich kurz vor der Prüfung möglichst oft im sogenannten Prüfungsgebiet zu fahren.

Natürlich kann es sinnvoll sein, schwierige Kreuzungen oder komplizierte Stellen vor der Prüfung noch einmal gemeinsam anzuschauen.

Trotzdem geht es in der Fahrausbildung nicht darum, einzelne Straßen auswendig zu lernen.

Der Führerschein bedeutet schließlich, dass du später überall sicher fahren kannst — nicht nur in einem bestimmten Prüfungsgebiet.

Deshalb legen viele Fahrlehrer Wert darauf, möglichst unterschiedliche Situationen und Strecken zu üben.

Fehler gehören zur Ausbildung dazu

Viele Fahrschüler haben Angst davor, Fehler zu machen. Dabei gehören Fehler ganz normal zur Fahrausbildung dazu.

Fahrlehrer bemühen sich grundsätzlich, ihre Fahrschüler möglichst selbstständig lernen zu lassen. Denn sicheres Fahren lernt man vor allem durch eigene Erfahrungen.

Deshalb sind kleine Fehler während der Ausbildung normal und wichtig für den Lernprozess.

Eingreifen des Fahrlehrers

Manchmal muss der Fahrlehrer aus Sicherheitsgründen eingreifen, zum Beispiel:

• durch Bremsen
• durch Eingreifen ins Lenkrad
• oder durch klare Anweisungen

Auch wenn sich das unangenehm anfühlen kann, sollte man es nicht persönlich nehmen.

Der Fahrlehrer trägt während der Ausbildung eine große Verantwortung für die Sicherheit aller Beteiligten im Straßenverkehr.

Gerade Fahrschüler mit ausländischem Führerschein empfinden solche Eingriffe manchmal als Kritik an ihrem bisherigen Fahrstil. Trotzdem erfolgen diese Eingriffe ausschließlich dann, wenn es für die allgemeine Sicherheit notwendig ist.

Fahrstunden einfach erklärt:

In diesem Video erklären wir dir den Ablauf deiner Fahrstunden.

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