Praktische Prüfung einfach erklärt
Die praktische Prüfung ist für viele Fahrschüler der letzte große Schritt auf dem Weg zum Führerschein. In dieser Prüfung soll gezeigt werden, dass du das Fahrzeug sicher, verantwortungsvoll und selbstständig im Straßenverkehr führen kannst.
Bevor du zur praktischen Prüfung angemeldet wirst, entscheidet dein Fahrlehrer gemeinsam mit der Fahrschule, ob du ausreichend vorbereitet bist. Dabei geht es nicht darum, perfekt zu fahren, sondern sicher und verantwortungsvoll am Straßenverkehr teilnehmen zu können.
Voraussetzung für die praktische Prüfung
Bevor die praktische Prüfung stattfinden kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein.
Dazu gehören meistens:
• bestandene Theorieprüfung
• absolvierte Sonderfahrten
• ausreichender Ausbildungsstand
• genehmigter Führerscheinantrag
Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann die Fahrschule dich offiziell zur praktischen Prüfung anmelden.
Wichtige Unterlagen für den Prüfungstag
Vor der praktischen Prüfung solltest du unbedingt noch einmal alle Unterlagen kontrollieren.
Dazu gehören:
• Personalausweis oder Reisepass
• Aufenthaltstitel oder Aufenthaltsgenehmigung
• vorhandener Führerschein
• eventuell eingetragene Sehhilfe
Besonders wichtig ist die Sehhilfe.
Wenn in deinem Führerschein eine Brille oder Kontaktlinsen eingetragen sind, müssen diese während der Ausbildung und natürlich auch während der Prüfung getragen werden.
Immer wieder werden Prüfungen abgesagt, weil Fahrschüler ihre Brille vergessen haben oder Unterlagen abgelaufen sind.
Fehlt eines dieser Dokumente oder ist ein Dokument ungültig, kann die praktische Prüfung nicht stattfinden.
Ablauf der Prüfungsfahrt
Die praktische Prüfungsfahrt läuft grundsätzlich sehr ähnlich ab wie die normalen Fahrstunden.
Deshalb solltest du versuchen, nicht zu große Angst vor der Prüfung zu haben. Viele Situationen kennst du bereits aus deiner Ausbildung.
Der größte Unterschied ist meistens:
Während der Prüfung sagt nun in den meisten Fällen der Prüfer die Strecke an und nicht mehr der Fahrlehrer.
Die Fahranweisungen kennst du aber bereits aus den Fahrstunden.
Zum Beispiel:
• „An der nächsten Kreuzung rechts abbiegen“
• „Bitte folgen Sie der Vorfahrtsstraße“
• „Bitte wenden Sie an geeigneter Stelle“
Die häufigsten Fahranweisungen kannst du hier in deiner Sprache lernen!
Während der Fahrt stellt der Prüfer normalerweise keine theoretischen Fragen. Du sollst dich vollständig auf das Fahren konzentrieren.
Oft unterhalten sich Fahrlehrer und Prüfer während der Fahrt miteinander. Das ist völlig normal und sorgt häufig sogar für eine entspanntere Atmosphäre im Fahrzeug. Sollte dich das in deiner Konzentration stören, darfst du das natürlich auch gerne sagen.
Notizen des Prüfers
Während der Fahrt kann es vorkommen, dass der Prüfer sich auf seinem Tablet oder Prüfungsbogen Notizen macht.
Das ist völlig normal.
Dabei können sowohl positive Dinge als auch Fehler oder Unsicherheiten notiert werden.
Wichtig ist:
Du solltest dich dadurch nicht sofort verunsichern lassen.
Nur weil der Prüfer etwas notiert, bedeutet das nicht automatisch, dass die Prüfung beendet ist oder nicht bestanden wurde.
Versuche deshalb, ruhig zu bleiben und dich weiter auf die Fahrt zu konzentrieren.
Prüfungsgebiet und Prüfungsstrecken
Viele Fahrschüler sprechen vor der praktischen Prüfung vom sogenannten „Prüfungsgebiet“. Genau genommen gibt es aber keine fest vorgeschriebenen Prüfungsstrecken.
Der Prüfer entscheidet grundsätzlich selbst, wo gefahren wird.
Das bedeutet:
Es gibt keine festen Straßen oder vorgeschriebenen Routen, die auswendig gelernt werden müssen.
Die Prüfungsfahrt soll verschiedene Verkehrsbereiche beinhalten. Dazu gehören normalerweise:
• Stadtverkehr
• Landstraße
• Autobahn oder Kraftfahrstraße
In großen Städten ist eine klassische Landstraße manchmal nicht direkt erreichbar. Trotzdem wird meistens versucht, möglichst unterschiedliche Verkehrssituationen in die Prüfung einzubauen.
Natürlich hat jeder Prüfer mit der Zeit gewisse Strecken oder Bereiche, die häufiger gefahren werden. Das liegt oft auch daran, dass nach deiner Prüfung bereits die nächste Prüfung stattfindet und die vorgegebene Prüfungszeit eingehalten werden muss.
Deshalb kann man grob davon ausgehen, dass man sich während der Prüfung nicht beliebig weit vom Startpunkt entfernt. Schließlich muss das Fahrzeug innerhalb der Prüfungszeit auch wieder rechtzeitig zum Ausgangspunkt zurückkehren.
Trotzdem sollte man sich nicht zu sehr auf einzelne Straßen oder bestimmte Kreuzungen konzentrieren.
Der Führerschein ist schließlich dafür gedacht, später überall sicher fahren zu können — und nicht nur in einem bestimmten Prüfungsgebiet.
Wenn die Prüfung beendet werden muss
Kommt es während der Prüfungsfahrt zu einem groben Fehler oder zu einer gefährlichen Situation, wird die Prüfung in vielen Fällen sofort beendet.
Der Prüfer informiert den Fahrschüler dann meistens direkt darüber.
Anschließend fährt häufig der Fahrlehrer den Prüfer zurück zum Ausgangspunkt.
Es gibt aber auch Situationen, in denen die Prüfungsfahrt zunächst normal zu Ende gefahren wird, obwohl bereits mehrere kleinere Fehler oder Unsicherheiten aufgefallen sind.
Ein einzelner kleiner Fehler führt oft noch nicht zum Durchfallen. Wenn sich jedoch mehrere Unsicherheiten oder Beobachtungsfehler häufen, kann dies am Ende trotzdem zum Nichtbestehen führen.
Praktische Prüfung bei Lkw und Bus
Bei den Klassen C, CE, D und DE besteht die praktische Prüfung aus zwei Prüfungsteilen.
Teil 1: Abfahrtkontrolle (Klasse C / D)
Im ersten Teil der C oder D- Prüfung musst du zeigen, dass du wichtige sicherheitsrelevante Teile am Fahrzeug kennst und erklären kannst. Das ist die Abfahrtkontrolle.
Dazu gehören zum Beispiel:
• Beleuchtung
• Reifen
• Bremsanlage
• Flüssigkeiten
• Ladungssicherung
• Sicherheitskontrollen
Aber keine Angst - diese Webseite und dein Fahrlehrer bereiten dich gut darauf vor!
Für deine Abfahrtkontrolle kannst du hier üben.
Teil 1: Verbinden und Trennen (Klasse CE / DE)
Im ersten Teil der CE oder DE -Prüfung musst du zeigen, dass du einen Anhänger
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Verbinden und
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Trennen kannst
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Sicherheitsvorkehrungen vor der Abfahrt triffst
Teil 2: Praktische Fahrprüfung
Der zweite Teil besteht aus dem eigentlichen Fahren im Straßenverkehr.
Zusätzlich zu dem ganz normalen fahren im öffentlichen Straßenverkehr, gehören bei Lkw- und Busprüfungen auch die sogenannten Grundfahraufgaben zur Prüfung.
Zum Beispiel:
• Rückwärtsfahren
• Rangieren
• rückwärts um Ecken fahren
• sicheres Handling großer Fahrzeuge
Die Grundfahraufgaben sind Bestandteil der Fahrprüfung und müssen erfolgreich abgelegt werden.
Dauer der Prüfung
Die praktische Prüfung für Klasse B dauert zurzeit insgesamt etwa 55 Minuten.
Davon entfallen ungefähr:
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45 Minuten auf das freie Fahren
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die restliche Zeit auf Begrüßung und
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Fahrzeugkontrolle
Die praktische Prüfung für Klasse C und D dauert zurzeit insgesamt etwa 85 Minuten.
Davon entfallen ungefähr:
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60 Minuten auf das freie Fahren
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die restliche Zeit auf:
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Begrüßung
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Fahrzeugkontrolle
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Abfahrtkontrolle
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Grundfahraufgaben
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Vorzeigen der Papiere
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Abschlussgespräch
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Geplante Änderungen durch die Fahrschulreform
Hinweis (Stand 2026): Die folgenden Änderungen sind Teil der geplanten Fahrlehrerreform und noch nicht rechtskräftig.
Voraussichtlich sollen sich unter anderem folgende Punkte ändern:
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Die praktische Prüfung der Klasse B soll von derzeit etwa 55 Minuten auf rund 40 Minuten verkürzt werden.
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Die reine Fahrzeit soll künftig etwa 25 Minuten betragen. Die übrige Zeit ist weiterhin für Begrüßung, Fahrzeugkontrolle, Grundfahraufgaben und das Abschlussgespräch vorgesehen.
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Ziel der Reform ist es, die Führerscheinausbildung moderner, flexibler und kostengünstiger zu gestalten, ohne die Anforderungen an sicheres Fahren zu senken.
Sobald die Reform endgültig beschlossen ist, werden wir diese Informationen auf dieser Seite aktualisieren.
Nach aktuellem Stand sind für die Fahrerlaubnisklassen C, CE, D und DE keine Änderungen der Prüfungsdauer geplant.
Getrennte Bewertung der Prüfungsteile
Die beiden Prüfungsteile werden getrennt bewertet.
Das bedeutet:
Es kann vorkommen, dass zum Beispiel die Abfahrtkontrolle bestanden wurde, der Fahrteil jedoch nicht — oder umgekehrt.
In diesem Fall erhältst du an diesem Tag noch keinen Führerschein.
Nach einer Sperrfrist von meistens zwei Wochen muss dann nur der nicht bestandene Prüfungsteil wiederholt werden.
Erst wenn beide Teile bestanden wurden, gilt die praktische Prüfung insgesamt als bestanden.
Lernen der Abfahrtkontrolle
Die Abfahrtkontrolle wird je nach Fahrschule unterschiedlich vermittelt.
Manche Fahrlehrer erklären die Inhalte während der normalen Fahrstunden. Andere Fahrschulen bieten dafür zusätzliche Unterrichtstage oder gemeinsame Schulungen an.
Die Abfahrtkontrolle ist sehr umfangreich. Deshalb wird dringend empfohlen, die Inhalte zusätzlich selbstständig zu Hause zu lernen und regelmäßig zu wiederholen.
Die Prüfung besteht aus insgesamt zehn Karten.
Am Prüfungstag zieht der Fahrschüler zufällig eine dieser Karten und weiß natürlich vorher nicht, welche Karte drankommt.
Deshalb ist es wichtig, sich auf alle Inhalte vorzubereiten.
Auch auf unserer Webseite findest du einen großen Bereich zur Abfahrtkontrolle mit Lernhilfen und den Inhalten in mehreren Sprachen.
Prüfungen der Anhängerklassen BE, CE und DE
Bei den Anhängerklassen BE, CE und DE gibt es normalerweise keine eigene Abfahrtkontrolle mehr. Stattdessen muss der Fahrschüler zeigen, dass er den Anhänger sicher an- und abkuppeln kann. Dieser Teil wird oft auch als „Verbinden und Trennen“ bezeichnet.
Auch diese Prüfung ist, wie bereits die C oder D Prüfung, in zwei Teile gegliedert:
• Verbinden und Trennen
• praktische Fahrprüfung inkl. rückwärtsfahren
Beide Teile werden auch hier getrennt bewertet.
Das bedeutet: Es kann vorkommen, dass zum Beispiel die Fahrprüfung bestanden wurde, das Verbinden und Trennen aber nicht — oder umgekehrt. In diesem Fall muss später nur der nicht bestandene Teil wiederholt werden.
In der Regel wird zuerst die Prüfung der Grundklasse abgelegt, also zum Beispiel Klasse C oder D. Einige Tage oder Wochen später folgt dann meistens die Prüfung der Anhängerklasse CE oder DE.
Grundsätzlich könnten beide Prüfungen auch an einem Tag stattfinden. Wird die erste Prüfung allerdings nicht bestanden, kann die Anhänger-Prüfung an diesem Tag nicht mehr durchgeführt werden. Die eingeplante Prüfungszeit muss jedoch trotzdem bezahlt werden.
Wenn die praktische Prüfung nicht bestanden wurde
Wird die praktische Prüfung nicht bestanden, ist das natürlich enttäuschend. Trotzdem passiert das häufiger, als viele denken.
Nach einer nicht bestandenen Prüfung gibt es eine Sperrfrist von zwei Wochen.
In dieser Zeit können:
• weitere Fahrstunden genommen werden
• Fehler besprochen werden
• unsichere Situationen geübt werden
• und ein neuer Prüfungstermin geplant werden
Die praktische Prüfung kann grundsätzlich beliebig oft wiederholt werden.
Wichtig ist aber:
Die Theorieprüfung bleibt nach dem Bestehen nur 12 Monate gültig. Innerhalb dieser Zeit muss auch die praktische Prüfung bestanden werden.
Wird die praktische Prüfung innerhalb dieser Frist nicht erfolgreich abgeschlossen, muss die Theorieprüfung erneut abgelegt werden.
Grundsätzliches zur praktischen Prüfung
Viele Fahrschüler haben große Angst vor diesem Tag.
Wichtig ist aber:
Prüfer begleiten oft schon seit vielen Jahren täglich praktische Prüfungen. Sie wissen genau, dass Fahrschüler nervös und aufgeregt sind.
Eine gewisse Aufregung ist deshalb völlig normal.
Trotzdem hilft es, möglichst ruhig, konzentriert und mit etwas Selbstvertrauen zur Prüfung zu erscheinen.
Prüfer und Fahrlehrer arbeiten am gleichen Ziel
Viele Fahrschüler denken, dass Prüfer gezielt nach Fehlern suchen. In Wirklichkeit möchten aber alle Beteiligten, dass die Prüfung erfolgreich bestanden wird.
Auch der Prüfer freut sich grundsätzlich über jeden Fahrschüler, dem er den Führerschein oder die Prüfungsbescheinigung aushändigen kann.
Am Ende zählt immer das Gesamtbild der Prüfungsfahrt.
Kleine Unsicherheiten oder einzelne Fehler führen nicht automatisch zum Nichtbestehen.
Erst wenn gefährliche Situationen entstehen oder die allgemeine Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist, muss die Prüfung beendet werden.
Kleidung bei der Prüfung
Viele Fahrschüler fragen sich, welche Kleidung sie zur Prüfung tragen sollten.
Grundsätzlich reicht:
• saubere
• ordentliche
• angemessene Kleidung
Du musst dich nicht verstellen oder besonders geschniegelt erscheinen.
Es geht in der Prüfung nicht um Mode oder Aussehen, sondern darum, sicher fahren zu können.
Mit der richtigen Einstellung in die Prüfung
Viele Prüfer erleben gerne Fahrschüler, die zeigen:
• dass sie sich der Prüfung stellen
• dass sie gut vorbereitet sind
• und dass sie Verantwortung übernehmen möchten
Wichtig ist vor allem:
• ruhig bleiben
• konzentriert fahren
• Vertrauen in die eigene Ausbildung haben
Wenn du gut vorbereitet bist und versuchst, die Prüfung wie eine normale Fahrstunde zu sehen, steht einer erfolgreichen Prüfung oft nichts mehr im Weg.
Die praktische Prüfung einfach erklärt:
In diesem Video erklären wir dir den Ablauf der praktischen Führerschein-Prüfung.
